Helgoland

Ein Besuch auf der Nordseeinsel

Die Hauptinsel von Helgoland (rechts) teilt sich in das Oberland, das Mittelland und das Unterland. Sie besitzt im Süden neben der Landungsbrücke einen kleinen Sandbadestrand und führt im Norden, Westen und Südwesten in steilen Klippen gut 50 Meter zum Meer hin ab. Unten vorne im Bild ist die Felsformation Lange Anna zu sehen.
Die so genannte Düne von Helgoland. Eine Sturmflut hat das Eiland 1720 von der Hauptinsel getrennt.
Auf der Hauptinsel: Beim Ausbooten werden die Fahrgäste und Urlauber, die die Insel Helgoland besuchen wollen, von Seeleuten mit Holzbooten, den so genannten Börtebooten, von den Fährschiffen abgeholt und an Land gebracht. Der Tiefgang der Fährschiffe lässt eine Anlandung am Hafen nicht zu.
Am Hafen reihen sich die so genannten Hummerbuden aneinander.
Ursprünglich waren die Hummerbuden Schuppen und Werkstätten der Fischer.
Erst seit den 1990er Jahren werden sie als Touristenmeile genutzt. Die zweigeschossigen und unter Denkmalschutz stehenden Holzhütten beherbergen heute unter anderem Kneipen, Galerien, Cafés, ein Standesamt und Souvenirläden.
Überfahrt zur Düne, die seit der Sturmflut von 1720 von der Hauptinsel getrennt ist.
Der Leuchtturm Helgoland Düne
Nirgendwo an der Nordsee sind Kegelrobben und Seehunde so nah zu beobachten wie auf der Helgoländer Düne.
Seit 1996 nutzen die Tiere die Düne, um ihre Jungtiere zu gebären und aufzuziehen. An manchen Tagen finden sich bis zu 350 Tiere am Strand.
Eine junge Kegelrobbe
Der Nachwuchs erblickt zwischen Dezember und Februar das Licht der Welt.
Die Kegelrobbe ist mit bis zu 300 Kilogramm Körpergewicht das größte Raubtier Deutschlands.
Mitte Januar gerade geboren
Diese Kegelrobbe hat vor wenigen Stunden das Licht der Welt erblickt.
Ein Sandsturm fegt über das Neugeborene hinweg.
Auf Tuchfühlung mit der Mutter
Der Leuchtturm Helgoland Düne bei einsetzender Dunkelheit. Der Turm wurde 1936 fertiggestellt und in Betrieb genommen.
Das Leuchtfeuer dient als Oberfeuer und Leitfeuer für die Zufahrt zum Schutz- und Sicherheitshafen und zur Helgoländer Südreede.
Ein halbes Jahr später: zurück auf der Hauptinsel
Es geht zur Steilklippe.
Der Weg führt am Hang entlang in Richtung Lange Anna.
Die Felsnadel "Lange Anna" ist 47 Meter hoch und etwa 25 000 Tonnen schwer. Ursprünglich war der freistehende Buntsandstein-Fels durch eine natürliche Felsbrücke mit der Hauptinsel verbunden. Eine Sturmflut brachte die Verbindung 1860 zum Einsturz.
Verschiedene Vogelarten brühten in der Steilwand des Lummenfelsen nahe der Langen Anna.
Die Tiere im schwarzen Gefieder sind Trottellummen. Ihnen verdankt der Helgoländer Vogelfelsen seinen Namen Lummenfels. Brutplätze dieser Tiere sind steile Felsklippen mit schmalen Felsbändern oder kleinen Vorsprüngen. Der einzige mitteleuropäische Brutstandort befindet sich auf Helgoland, wo sich rund 2600 Brutpaare zusammenfinden.
Die Ansiedlung der seltenen Vögel hat dazu beigetragen, dass der Lummenfelsen zu einem der kleinsten Naturschutzgebiete Deutschlands wurde. Seit 1991 ebenfalls auf der Insel beheimatet: der Basstölpel (im weißen Federkleid).
Der Basstölpel zählt zu der Familie der Tölpel. Innerhalb dieser Gattung ist er die am höchsten im Norden brütende Art und die einzige, die auch in Europa brütet.
Der Basstölpel erlangt etwa die Größe einer deutschen Weihnachtsgans.
Landeanflug
Für den Bau seiner Nester bevorzugt der Basstölpel steile Felsinseln. Hier lässt er sich in Kolonien nieder, in der mehrere tausend Brutpaare ihre Jungen heranziehen.
Balzritual zur Paarungszeit
Während sich die einen Vögel noch paaren ...
... bauen andere an ihren Nestern. Leider werden dabei auch Reste von Fischernetzen verarbeitet.
Bei wieder anderen ist das Ei bereits gelegt ...
... oder der Nachwuchs geschlüpft.
Arbeitsteilung: Ein männlicher Basstölpel im Anflug. Im Schnabel trägt er Nistmaterial.
Friedliche Übergabe an ein Weibchen
Krieg unter den Weibchen
Bei der Verteidigung ihrer Nistplätze kommt es unter den weiblichen Mitgliedern der Kolonie mitunter zu heftigen Auseinandersetzungen.
Hacken, hauen und stechen
Die scharfen Schnäbel verkeilen sich ineinander, bis eine der "Damen" klein beigibt.
Ein einzelner Schwarzbrauenalbatross wird seid 2014 immer wieder auf Helgoland gesichtet.
Das Tier, das eigentlich sein Leben im Südpolarmeer verbringt, sucht Anschluss bei den Basstölpeln.
Doch der bleibt ihm verwehrt.
Während sich die Basstölpel gemeinschaftlich zur Nachtruhe versammeln ...
... bleibt der Albatross allein.